Badumbau

Wanne raus, Dusche rein: Kosten und Ablauf im Überblick

Der Tausch von Badewanne gegen Dusche kostet je nach Umfang zwischen 2.500 und 9.000 Euro. Entscheidend ist, ob nur die Wanne ersetzt wird oder das ganze Bad neu aufgebaut wird.

Die kurze Antwort

Ein reiner Tausch an ein bis zwei Tagen liegt bei 2.500 bis 4.500 Euro, weil nur der Wannenbereich geöffnet und wieder verschlossen wird. Wird der Boden abgesenkt und das Bad komplett gefliest, sind 5.500 bis 9.000 Euro realistisch, bei größeren Bädern auch mehr. Die Pflegekasse kann bis zu 4.180 Euro beisteuern, wenn ein Pflegegrad vorliegt. Der größte Kostentreiber ist nicht die Dusche, sondern die Frage, wie tief in Estrich und Abfluss eingegriffen werden muss.

2.500 bis 9.000 Euro

Gesamtspanne 2026, je nach Teilumbau oder Vollsanierung des Bades.

1 bis 10 Tage

Bauzeit. Der Ein-Tages-Umbau ist möglich, wenn der Abfluss bleibt, wo er ist.

Bis 4.180 Euro

Zuschuss der Pflegekasse je Maßnahme, ab Pflegegrad 1, Antrag vor Baubeginn.

Was kostet der Umbau konkret?

Es gibt zwei sehr verschiedene Projekte, die beide „Wanne raus, Dusche rein“ heißen. Der Teilumbau lässt Fliesen, Waschtisch und WC unangetastet und arbeitet nur im Wannenbereich. Die Vollsanierung nimmt das Bad auseinander. Zwischen beiden liegen mehrere tausend Euro.

VarianteKosten 2026Dauer
Wannentausch gegen Duschelement, Fliesen bleiben2.500 bis 4.500 Euro1 bis 2 Tage
Dusche bodengleich, Estrich wird geöffnet4.000 bis 6.500 Euro4 bis 7 Tage
Komplettes Bad neu, 6 bis 8 m²9.000 bis 18.000 Euro8 bis 15 Tage
Duschtasse flach, 3 cm AufbauMaterialpreis 250 bis 700 Euroim Umbau enthalten
Glasabtrennung, zweiteilig450 bis 1.400 Eurohalber Tag

Die Preise gelten für Fachbetriebe in Deutschland, Stand 2026. In Ballungsräumen liegen die Stundensätze rund 15 bis 25 Prozent über dem Bundesschnitt.

Welche Einzelposten stecken in der Rechnung?

Sinnvoll ist ein Angebot, das die Arbeiten einzeln ausweist. Nur so erkennst du, wo verhandelt werden kann und welchen Teil du für die Steuer brauchst.

  • Demontage der Wanne: 200 bis 450 Euro. Bei einer eingemauerten Wanne mehr, weil der Sockel abgestemmt wird.
  • Entsorgung von Bauschutt: 150 bis 400 Euro, abhängig von Menge und Etage.
  • Abdichtung nach Norm: 300 bis 700 Euro. Der Posten, an dem sich später Wasserschäden entscheiden.
  • Fliesenarbeiten im Duschbereich: 60 bis 120 Euro je Quadratmeter Arbeitslohn, Material extra.
  • Duschelement und Rinne: 250 bis 900 Euro.
  • Armatur und Brausegarnitur: 150 bis 600 Euro, Thermostat mit Verbrühschutz am oberen Ende.
  • Anpassung des Abflusses: 200 bis 900 Euro, je nachdem wie weit gezogen werden muss.

Wie lange dauert der Umbau wirklich?

Der beworbene Ein-Tages-Umbau funktioniert, wenn drei Bedingungen stimmen: Der Abfluss bleibt an seiner Stelle, es wird eine flache Duschtasse statt einer bodengleichen Lösung gesetzt, und die vorhandenen Fliesen bleiben liegen. Dann arbeiten zwei Monteure morgens die Wanne heraus und schließen am Abend die Dusche an.

Sobald der Boden geöffnet wird, ändert sich die Rechnung. Estrich abtragen, Abdichtung aufbauen, Fliesen setzen, Fugen und Silikon aushärten lassen: Jeder dieser Schritte braucht Trockenzeit. Fünf bis zehn Tage sind normal, davon zwei bis drei Tage reine Wartezeit. Plan das Bad in dieser Phase als nicht nutzbar ein.

Zeitplan-Tipp

Frag beim Angebot nach der Trocknungszeit der Abdichtung. Betriebe, die hier zwölf Stunden nennen, arbeiten sauber. Wer sagt „das fliesen wir direkt drüber“, spart an der Stelle, die am teuersten schiefgeht.

Bodengleich oder flache Wanne: Was geht im Altbau?

Bodengleich braucht Aufbauhöhe. Ein Duschelement mit Ablauf benötigt je nach System 65 bis 130 Millimeter unter der Fliese. In Neubauten ist das vorhanden. Im Altbau mit Holzbalkendecke oder dünnem Estrich oft nicht.

Drei Punkte entscheiden die Frage:

  • Estrichstärke: Unter 50 Millimeter wird es eng. Ein Kernbohrer oder eine Probeöffnung schafft Klarheit, bevor du bestellst.
  • Deckenart: Bei Holzbalkendecken darf nicht beliebig abgetragen werden. Hier kommt oft ein Wandablauf zum Einsatz, der weniger Höhe braucht.
  • Lage des Fallrohrs: Je weiter die Dusche vom Strang entfernt liegt, desto mehr Gefälle muss die Leitung bekommen und desto mehr Höhe frisst sie.

Reicht die Höhe nicht, ist eine extraflache Duschtasse mit 25 bis 35 Millimetern Aufbau die praktikable Lösung. Der Einstieg ist damit kein Hindernis mehr, auch wenn er nicht ganz schwellenlos ist. Für Rollstuhlnutzung ist diese Variante allerdings nicht geeignet.

Welche Zuschüsse gibt es?

Bei anerkanntem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro je Maßnahme zur Verbesserung des Wohnumfelds. Der Umbau von Wanne auf Dusche zählt regelmäßig dazu. Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt sein, mit Kostenvoranschlag und einer kurzen Begründung, warum der Wannenrand nicht mehr sicher überstiegen werden kann. Die Höhe des Betrags wird angepasst, frag den aktuellen Stand direkt bei deiner Pflegekasse ab.

Die KfW fördert Barrierereduzierung im Programm 455-B als Zuschuss. Ob und in welcher Höhe Mittel zur Verfügung stehen, hängt vom Haushalt ab und hat sich mehrfach geändert. Prüf den Programmstand, bevor du den Auftrag unterschreibst, denn bewilligt wird nur vor Baubeginn.

Steuerlich sind 20 Prozent der Arbeitskosten absetzbar, maximal 1.200 Euro im Jahr. Voraussetzung: eine Rechnung mit getrennt ausgewiesenen Arbeitskosten und Zahlung per Überweisung. Bargeld ist nicht absetzbar. Wer den Umbau aus gesundheitlichen Gründen braucht, kann ihn alternativ als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Steuersätze und Höchstbeträge ändern sich, prüf sie vor der Erklärung.

Wo die Kostenfallen liegen

Nachträge entstehen fast immer an denselben fünf Stellen. Wer sie vorher anspricht, bekommt ein belastbares Angebot statt einer Überraschung.

  • Rohrverlegung: Alte Bleileitungen oder verzinkte Rohre kommen erst beim Öffnen zum Vorschein. Der Austausch kostet 400 bis 1.500 Euro.
  • Estrichhöhe: Reicht sie nicht, muss umgeplant werden. Kläre das vor Vertragsschluss mit einer Probeöffnung.
  • Altfliesen: Passende Ersatzfliesen für den geöffneten Bereich gibt es nach zwanzig Jahren nicht mehr. Entweder wird das Bad zweifarbig oder es wird komplett neu gefliest, was 1.500 bis 4.000 Euro zusätzlich bedeutet.
  • Elektrik: Ein Nachtspeicherofen oder ein Handtuchheizkörper an der Wannenwand muss versetzt werden, 200 bis 600 Euro.
  • Asbest im Kleber: Bei Bädern aus den 60er bis 80er Jahren möglich. Der Fachnachweis für die Entsorgung kostet zusätzlich 500 bis 2.000 Euro.

Häufige Fragen

Lohnt sich der Ein-Tages-Umbau?
Ja, wenn die Fliesen intakt sind und der Abfluss bleibt. Du sparst gegenüber der Vollsanierung mehrere tausend Euro und kannst das Bad am Folgetag wieder nutzen.
Senkt eine Dusche statt Wanne den Wohnwert?
Bei einem einzigen Bad im Haus kann das ein Nachteil beim Verkauf sein, weil Familien eine Wanne suchen. Gibt es ein zweites Bad, spielt die Frage praktisch keine Rolle.
Wie breit sollte die neue Dusche sein?
90 mal 90 Zentimeter sind das Minimum. Komfortabel wird es ab 100 mal 120 Zentimetern, weil dann ein Duschsitz oder eine Begleitperson Platz findet.
Muss ich als Mieter den Vermieter fragen?
Ja, der Umbau ist eine bauliche Veränderung. Bei Pflegebedarf besteht nach § 554 BGB ein Anspruch auf Zustimmung. Regle den Rückbau schriftlich mit, bevor die Arbeiten starten.
Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Drei. Die Spanne zwischen günstigstem und teuerstem Angebot liegt erfahrungsgemäß bei 30 bis 50 Prozent, ohne dass sich der Leistungsumfang wesentlich unterscheidet.

Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Preise als Spannen, regional abweichend · Förderbeträge und Steuersätze ändern sich, bitte vor Antragstellung prüfen.

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