Barrierefreies Wohnen

Türschwellen entfernen: So wird der Übergang barrierefrei

Eine Türschwelle von zwei Zentimetern reicht, um mit dem Rollator hängen zu bleiben. Innen ist sie meist schnell entfernt, an Balkon, Bad und Haustür braucht es mehr Überlegung.

Die kurze Antwort

Innentürschwellen lassen sich meist in wenigen Stunden entfernen und durch ein flaches Übergangsprofil ersetzen, Kosten etwa 100 bis 400 Euro je Tür. Wo die Schwelle Wasser oder Zugluft abhält, wie an Balkon, Terrasse, Bad und Haustür, braucht es einen Ersatz: eine Absenkdichtung, eine Rinne oder eine flache Magnetschwelle. Wo sich eine Schwelle nicht entfernen lässt, gleicht ein Keil sie aus. Barrierefreie Planung sieht Schwellen von höchstens 2 Zentimetern vor.

Max. 2 cm

hoch darf eine Schwelle in barrierefreier Planung sein, wenn sie technisch nötig ist.

100 bis 400 Euro

kostet das Entfernen einer Innentürschwelle mit neuem Übergangsprofil.

20 bis 150 Euro

kostet ein Schwellenkeil, wenn die Schwelle bleiben muss.

Warum sind Türschwellen ein Problem?

Schwellen sind Stolperkanten. Wer die Füße nicht mehr hoch anhebt, bleibt mit der Schuhspitze hängen. Für Rollatoren ist schon eine niedrige Kante ein Hindernis, weil die kleinen Vorderräder daran stoppen. Im Rollstuhl braucht es Schwung oder Hilfe.

Die Planungsnorm für barrierefreie Wohnungen, die DIN 18040-2, sieht deshalb vor, untere Türanschläge und Schwellen grundsätzlich zu vermeiden. Sind sie technisch unumgänglich, sollen sie höchstens 2 Zentimeter hoch sein. Im Bestand ist die Norm keine Pflicht, aber ein guter Maßstab. Welche Stolperstellen es sonst noch in der Wohnung gibt, zeigt die Checkliste zu Stolperfallen in der Wohnung.

Welche Schwelle kann weg und welche nicht?

Das hängt davon ab, welche Aufgabe die Schwelle hat. Innen dient sie oft nur als Abschluss zwischen zwei Bodenbelägen. Außen und im Bad hält sie Wasser, Wind und Schall ab.

OrtAufgabe der SchwelleTypische LösungKosten 2026
Innentür zwischen WohnräumenBelagsabschlussEntfernen, flaches Übergangsprofil100 bis 400 Euro
BadtürWassersperre, BelagsabschlussEntfernen nur mit geprüfter Abdichtung200 bis 600 Euro
WohnungstürZugluft, Schall, RauchAbsenkdichtung statt Anschlag150 bis 500 Euro
HaustürRegen, Wind, WärmeNur die Schwelle gegen eine Magnet- oder Nullschwelle tauschen, falls die Tür das zulässt800 bis 2.500 Euro
Balkon- oder TerrassentürAbdichtung gegen WasserRinne vor der Tür, flache Schwelle1.500 bis 4.000 Euro

Die Preise sind Erfahrungswerte und hängen stark vom Einzelfall ab. Bei Haus- und Balkontür bestimmt oft der ganze Türaustausch die Kosten, nicht die Schwelle allein.

Wie wird eine Innentürschwelle entfernt?

Innen ist es meist eine Arbeit von ein bis drei Stunden. Die Schwelle aus Holz oder Stein wird herausgenommen, darunter kommt der Estrich zum Vorschein.

  1. Schwelle vorsichtig heraushebeln oder heraussägen, ohne Zarge und Beläge zu beschädigen.
  2. Den Untergrund säubern und Höhenunterschiede mit Ausgleichsmasse angleichen.
  3. Ein flaches Übergangsprofil setzen, das beide Beläge sauber abschließt.
  4. Tür unten prüfen: Ohne Schwelle kann ein Spalt entstehen. Eine Absenkdichtung schließt ihn.

Liegen die Böden auf beiden Seiten unterschiedlich hoch, hilft ein Anpassungsprofil mit leichter Schräge. Bei mehr als etwa 1 Zentimeter Unterschied wird ein flacher Keil daraus. Wichtig ist, dass keine senkrechte Kante bleibt.

Beim Übergangsprofil hast du die Wahl zwischen Aluminium, Edelstahl und Holz. Für Rollator und Rollstuhl sind flache Profile zum Aufkleben oder Einschrauben am besten, die kaum über den Belag ragen. Hohe Übergangsleisten, wie sie oft zwischen Laminat und Fliese sitzen, sind selbst kleine Schwellen. Tausch sie gleich mit aus, wenn der Handwerker ohnehin vor Ort ist.

Vorsicht bei alten Schwellen

Unter alten Schwellen können Estrich oder Kleber mit Schadstoffen liegen, etwa asbesthaltige Materialien in Häusern bis in die 1990er Jahre. Bei Verdacht nicht schleifen oder stemmen, sondern eine Probe prüfen lassen und eine Fachfirma beauftragen.

Was ist bei Bad und Balkon zu beachten?

Im Bad verhindert die Schwelle, dass Wasser bei einem Leck in den Flur läuft. Ist der Badboden gut abgedichtet und die Dusche bodengleich mit eigenem Gefälle, kann die Schwelle meist weg. Lass das vorher prüfen. Wird das Bad ohnehin umgebaut, gehört der schwellenlose Übergang gleich in die Planung. Mehr dazu im Ratgeber zum altersgerechten Badumbau.

An Balkon und Terrasse ist die Schwelle Teil der Abdichtung. Die Fachregeln für Abdichtungen verlangen hier normalerweise eine Aufkantung. Ein schwellenloser Übergang ist trotzdem möglich, aber nur als durchdachte Sonderlösung: mit einer Entwässerungsrinne direkt vor der Tür, einem Gefälle nach außen und einer passenden flachen Schwelle. Das plant ein Fachbetrieb, weil Fehler hier zu Feuchteschäden in der Wohnung führen. Diese Angaben ersetzen keine Fachplanung.

Welche Lösung gibt es, wenn die Schwelle bleibt?

Manchmal lässt sich eine Schwelle nicht entfernen, etwa in der Mietwohnung ohne Zustimmung oder an einer Haustür, die nicht getauscht werden soll. Dann gibt es gute Zwischenlösungen.

  • Schwellenkeil: Ein Keil aus Gummi oder Aluminium wird vor die Schwelle gelegt oder geklebt. Er macht aus der Kante eine kleine Rampe.
  • Zwei Keile: Bei einer Schwelle mit Kante auf beiden Seiten braucht es innen und außen einen.
  • Farbige Markierung: Wo der Keil nicht passt, macht ein kontrastreicher Streifen die Kante wenigstens sichtbar.

Keile sind schnell montiert und rückbaubar. Mieter brauchen dafür in der Regel keine Genehmigung, beim Entfernen der Schwelle dagegen schon. Wie das mit dem Vermieter läuft, zeigt der Ratgeber zum altersgerechten Umbau in der Mietwohnung. Diese Angaben ersetzen keine Rechtsberatung, im Einzelfall entscheiden Mietvertrag und zuständige Stelle.

Lohnt es sich, mehrere Türen auf einmal zu machen?

Ja. Anfahrt und Einrichtung der Baustelle zahlst du nur einmal. Oft lohnt es sich, im gleichen Zug zu schmale Türen anzugehen. Wie das geht und was es kostet, erklärt der Beitrag Tür verbreitern für Barrierefreiheit.

Liegt ein Pflegegrad vor, kann die Pflegekasse die Arbeiten als Maßnahme zur Verbesserung des Wohnumfelds bezuschussen. Der Höchstbetrag lag zuletzt bei 4.180 Euro je Maßnahme. Stell den Antrag vor der Beauftragung und prüf den aktuellen Stand. Welche weiteren Schritte im Haus sinnvoll sind, zeigt der Ratgeber barrierefrei wohnen.

Häufige Fragen

Zieht es ohne Türschwelle?
Innen kaum, weil der Spalt unter der Tür klein ist. Wo es stört, schließt eine automatische Absenkdichtung den Spalt beim Zumachen. Sie wird unten ins Türblatt eingelassen.
Kann ich eine Schwelle selbst entfernen?
Eine Holzschwelle an einer Innentür ja, mit etwas Geschick. Bei Stein, Bad, Balkon, Haustür oder Verdacht auf Schadstoffe gehört die Arbeit in die Hand eines Fachbetriebs.
Welche Höhe ist für den Rollator noch in Ordnung?
Je flacher, desto besser. Barrierefreie Planung erlaubt höchstens 2 Zentimeter. Viele Rollatoren kommen über 1 Zentimeter noch gut, darüber wird ein Keil sinnvoll.
Hilft ein Keil auch für den Rollstuhl?
Ja, wenn er flach genug ansteigt und fest liegt. Für den Rollstuhl sollte der Keil breit genug für beide Räder sein und nicht rutschen. Klebbare Modelle halten besser.
Was kostet eine barrierefreie Haustür?
Mit flacher Magnet- oder Nullschwelle meist 2.500 bis 6.000 Euro inklusive Einbau. Wird nur die Schwelle getauscht, liegen die Kosten oft deutlich darunter.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Kosten sind Erfahrungswerte ohne Gewähr · Zuschussbeträge vor dem Antrag bei der Pflegekasse prüfen.

Weitere Themen aus „Barrierefreies Wohnen“

Passende Nachbarthemen