
Ratgeber Sanieren
Altbau sanieren: Kosten & Förderung 2026
Was kostet die Sanierung eines Altbaus wirklich, und welche Förderung 2026 hilft dir dabei? Hier bekommst du realistische Preisspannen, die größten Kostentreiber und einen klaren Fahrplan.
Ein Altbau hat Charme, hohe Decken und oft eine Bausubstanz, von der moderne Neubauten nur träumen können. Doch bevor du einziehst oder weiterwohnst, stellt sich fast immer dieselbe Frage: Was kostet die Sanierung wirklich, und wie viel davon holst du dir über Förderung 2026 zurück? Die Antwort hängt stark vom Baujahr, dem energetischen Zustand und davon ab, ob du in Eigenregie oder mit Generalunternehmer arbeitest. Dieser Ratgeber gibt dir belastbare Preisspannen, zeigt dir die größten Kostentreiber und erklärt, in welcher Reihenfolge du am besten vorgehst.
Was kostet eine Altbausanierung 2026?
Als grobe Orientierung gilt: Eine reine Modernisierung ohne größere Eingriffe in die Bausubstanz liegt meist zwischen 300 und 600 Euro pro Quadratmeter. Eine umfassende energetische Sanierung mit neuer Dämmung, Fenstern und Heiztechnik bewegt sich zwischen 700 und 1.200 Euro pro Quadratmeter. Bei einer Kernsanierung, bei der nur noch die tragenden Wände stehen bleiben, musst du mit 1.200 bis über 2.000 Euro pro Quadratmeter rechnen. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern bedeutet das je nach Umfang ein Budget zwischen 50.000 und weit über 250.000 Euro. Diese Spannen schwanken zusätzlich je nach Region: In Großstädten wie München oder Hamburg liegen Handwerkerpreise häufig 15 bis 25 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, während sie in ländlichen Regionen oft darunter liegen. Auch das Baujahr macht einen großen Unterschied, denn ein Altbau aus der Gründerzeit vor 1919 bringt meist massives Mauerwerk mit, das sich gut nachträglich dämmen lässt, während Gebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren häufig mit Kältebrücken und schadstoffbelasteten Baustoffen wie Asbest zu kämpfen haben, was zusätzliche Kosten für eine fachgerechte Schadstoffsanierung verursacht. Wenn du einen umfassenderen Überblick über alle Renovierungsschritte im Haus suchst, findest du im Beitrag Haus renovieren: Reihenfolge, Kosten & Förderung eine gute Ergänzung zu diesem Ratgeber.
Die größten Kostentreiber im Überblick
Die Gesamtkosten einer Sanierung setzen sich aus mehreren Gewerken zusammen, die unterschiedlich stark ins Gewicht fallen.
Dach und Dachdämmung
Ein undichtes oder ungedämmtes Dach zählt zu den größten Energieverlusten im Altbau. Neueindeckung inklusive Dämmung kostet meist zwischen 150 und 300 Euro pro Quadratmeter Dachfläche.
Fassade und Dämmung
Ein Wärmedämmverbundsystem schlägt mit 120 bis 200 Euro pro Quadratmeter zu Buche, eine hinterlüftete Vorhangfassade oder Kerndämmung kann darüber liegen, dafür aber diffusionsoffener und langlebiger sein.
Fenster und Türen
Neue, energieeffiziente Fenster liegen inklusive Einbau bei 500 bis 1.200 Euro pro Fenster, abhängig von Größe und Verglasung.
Heizung und Haustechnik
Eine neue Wärmepumpe inklusive Installation kostet je nach Gebäude 20.000 bis 35.000 Euro, ein Pelletkessel liegt ähnlich, ein reiner Heizkörpertausch deutlich darunter.

Neueindeckung und Dämmung stoppen die größten Wärmeverluste im Altbau.

Neue Fenster verbessern Dämmwerte und Wohnkomfort spürbar.

Wärmepumpe oder moderner Kessel senken Energiekosten dauerhaft.
Elektrik und Sanitär
Eine komplette Elektroerneuerung kostet 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter, ein neues Bad zwischen 12.000 und 25.000 Euro je nach Ausstattung.
| Gewerk | Kostenspanne |
|---|---|
| Dach inkl. Dämmung | 150–300 €/m² Dachfläche |
| Fassadendämmung | 120–200 €/m² Fassade |
| Fenster inkl. Einbau | 500–1.200 € pro Fenster |
| Heizung (Wärmepumpe) | 20.000–35.000 € |
| Elektrik komplett | 80–150 €/m² Wohnfläche |
| Badsanierung | 12.000–25.000 € pro Bad |

Förderung 2026: KfW, BAFA & Co.
2026 stehen dir grundsätzlich zwei zentrale Förderwege offen: die KfW-Programme für energieeffiziente Sanierung im Bestand (Kredite mit Tilgungszuschuss sowie Zuschüsse für Einzelmaßnahmen) und die BAFA-Förderung, die vor allem Einzelmaßnahmen wie Heizungstausch, Dämmung oder Fenstererneuerung bezuschusst. Die Fördersätze richten sich danach, ob du eine Einzelmaßnahme oder eine Komplettsanierung zum Effizienzhaus-Standard umsetzt, und ob zusätzliche Boni greifen, etwa für einkommensschwächere Haushalte oder besonders frühen Heizungstausch. Alternativ kannst du Sanierungskosten über den steuerlichen Sanierungsbonus nach §35c EStG absetzen, wenn du keinen direkten Zuschuss in Anspruch nimmst. Wichtig: Anträge müssen in aller Regel vor Beauftragung der Handwerksbetriebe gestellt werden, ein nachträglicher Antrag führt meist zum Verlust der Förderung. Für die Antragstellung brauchst du in den meisten Fällen einen zugelassenen Energieeffizienz-Experten, der die geplanten Maßnahmen bestätigt und später auch die fachgerechte Umsetzung nachweist. Plane für diesen Schritt einige Wochen Vorlauf ein, da die Liste der zertifizierten Experten regional begrenzt ist und gute Berater oft ausgebucht sind.
Reihenfolge: So gehst du beim Sanieren vor
Eine sinnvolle Reihenfolge spart Geld und verhindert, dass du frisch sanierte Bereiche wieder aufreißen musst.
- Bestandsaufnahme und Energieberatung, inklusive Sanierungsfahrplan
- Statik prüfen, Rohbau und tragende Bauteile sichern
- Dach und Fassade inklusive Dämmung erneuern
- Fenster und Außentüren tauschen
- Haustechnik: Heizung, Elektrik und Sanitär auf den neuesten Stand bringen
- Innenausbau, Böden und zum Schluss Anstriche
Gerade beim letzten Schritt lohnt sich Sorgfalt: Frisch verputzte Wände brauchen die richtige Vorbereitung, bevor du zum Pinsel greifst. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu findest du im Beitrag Wand streichen: Anleitung für Anfänger. Für die Auswahl der ausführenden Betriebe solltest du dir Zeit nehmen, denn gerade im Altbau treffen unerfahrene Handwerker schnell auf unerwartete Probleme wie morsche Balken oder alte Leitungen.
Kosten sparen ohne Qualitätsverlust
Nicht jede Einsparung lohnt sich langfristig. Sinnvoll sind vor allem drei Hebel: Erstens Eigenleistung bei unkritischen Arbeiten wie Entkernung, Malerarbeiten oder Bodenverlegung, die 10 bis 15 Prozent der Gesamtkosten sparen kann. Zweitens mehrere Angebote einholen und vergleichen, denn die Preisunterschiede zwischen Betrieben liegen im Altbau oft bei 20 Prozent oder mehr. Wie du dabei seriöse Betriebe von unseriösen unterscheidest, erklärt der Ratgeber Seriösen Handwerker finden. Drittens die Förderlandschaft konsequent nutzen: Wer Maßnahmen bündelt und rechtzeitig beantragt, holt sich oft mehrere tausend Euro zurück, die sonst ungenutzt bleiben. Vermeide dagegen Sparen an der Bausubstanz selbst, etwa bei der Dämmstärke oder der Statik – hier drohen spätere Folgekosten, die jede Ersparnis auffressen. Sinnvoll ist außerdem, Gewerke zu bündeln, statt jedes Jahr eine kleine Maßnahme umzusetzen: Wer Dach, Fassade und Fenster in einem Zug saniert, spart sich doppelte Anfahrten, Gerüststandzeiten und oft auch bessere Konditionen bei größeren Aufträgen. Auch ein realistischer Zeitplan zahlt sich aus, denn Baumaterial und Handwerkerkapazitäten sind saisonal unterschiedlich verfügbar, und wer flexibel in den Wintermonaten bauen lässt, profitiert häufig von günstigeren Angeboten.
Häufige Fragen zur Altbausanierung
Wie hoch sind die Kosten pro Quadratmeter beim Altbau sanieren?
Je nach Umfang liegen die Kosten zwischen 300 Euro pro Quadratmeter für eine einfache Modernisierung und über 2.000 Euro pro Quadratmeter für eine vollständige Kernsanierung.
Lohnt sich eine Kernsanierung finanziell?
Bei stark sanierungsbedürftiger Bausubstanz ist eine Kernsanierung oft günstiger als viele Einzelmaßnahmen über Jahre verteilt, weil Gewerke sich sinnvoll kombinieren lassen und Fördermittel gebündelt genutzt werden können.
Welche Förderungen gibt es 2026 für die Altbausanierung?
Zentral sind die KfW-Programme für energieeffiziente Sanierung, die BAFA-Zuschüsse für Einzelmaßnahmen wie Heizungstausch oder Dämmung sowie der steuerliche Sanierungsbonus nach §35c EStG.
Wie lange dauert eine Altbausanierung?
Eine energetische Teilsanierung ist oft in 2 bis 4 Monaten abgeschlossen, eine umfassende Kernsanierung kann je nach Umfang 6 bis 12 Monate dauern.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.