
Ratgeber Umzug
Ummelden nach dem Umzug: Fristen & Behördengänge
Nach dem Umzug tickt die Uhr: Innerhalb von zwei Wochen musst du deinen Wohnsitz ummelden, sonst drohen Bußgelder. Wir zeigen dir alle Fristen und Behördengänge im Überblick.
Kaum ist die letzte Kiste ausgepackt, wartet schon die nächste Aufgabe: das Ummelden nach dem Umzug. Viele unterschätzen, wie viele Stellen über deinen neuen Wohnort informiert werden müssen – vom Bürgeramt über die Kfz-Zulassungsstelle bis zur Krankenkasse. Damit du keine Frist verpasst und kein Bußgeld riskierst, findest du hier alle wichtigen Schritte kompakt zusammengefasst.
Wohnsitz ummelden: 2-Wochen-Frist
Die wichtigste Pflicht zuerst: Laut Bundesmeldegesetz musst du deinen Wohnsitz innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug beim zuständigen Bürgeramt oder Einwohnermeldeamt ummelden. Die Frist beginnt mit dem tatsächlichen Einzugsdatum, nicht mit dem Datum des Mietvertrags. Einen Termin bekommst du meist online über das Bürgerportal deiner Stadt – in vielen Großstädten solltest du dir diesen frühzeitig sichern, da Termine oft Wochen im Voraus ausgebucht sind.
Bring zum Termin unbedingt deinen Personalausweis oder Reisepass sowie alle nötigen Unterlagen mit. Die Ummeldung selbst ist in der Regel kostenlos. Ausnahme: Wenn du einen neuen Ausweis mit korrigierter Adresse benötigst oder ein Adressaufkleber für den Perso ausgestellt wird, kann eine kleine Gebühr anfallen.
Ziehst du innerhalb derselben Stadt oder Gemeinde um, reicht ebenfalls eine einfache Ummeldung, ein kompletter Neuantrag ist nicht nötig. Lebst du mit mehreren Personen in einem Haushalt, kann in vielen Ämtern eine Person die ganze Familie ummelden, sofern eine Vollmacht sowie die Ausweise aller Betroffenen vorliegen. Prüfe das vorab auf der Website deines Bürgeramts, da sich die Regelungen je nach Kommune leicht unterscheiden.
Unterlagen & Wohnungsgeberbestätigung
Seit 2015 ist die Wohnungsgeberbestätigung wieder Pflicht. Dieses kurze Formular bestätigt deinem Vermieter zufolge, dass du tatsächlich in die Wohnung eingezogen bist, und muss beim Ummeldetermin vorgelegt werden. Frage daher direkt bei der Schlüsselübergabe danach, damit du sie nicht vergisst und extra hinterherlaufen musst.
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass
- Ausgefüllte und unterschriebene Wohnungsgeberbestätigung
- Bei Eigentum: Grundbuchauszug oder Kaufvertrag als Nachweis
- Bei Kindern: Geburtsurkunden bzw. Kinderausweise
Nach der Ummeldung wird deine neue Adresse automatisch im Chip deines Personalausweises hinterlegt – ein neuer Ausweis ist dafür nicht nötig. Lediglich der aufklebbare Adressaufkleber auf der Rückseite älterer Ausweise wird aktualisiert.

Termin beim Bürgeramt innerhalb von zwei Wochen nach Einzug sichern.

Ausweis und Wohnungsgeberbestätigung vorab vollständig zusammenstellen.

Kfz, Bank und Versicherungen zeitnah über den Umzug informieren.
Kfz, Bank, Versicherung & Arbeitgeber
Neben dem Wohnsitz gibt es eine ganze Reihe weiterer Stellen, die von deinem Umzug erfahren sollten. Auch wenn hier meist keine gesetzliche Frist wie beim Bürgeramt gilt, lohnt es sich, zügig zu handeln, damit Post und wichtige Dokumente an der richtigen Adresse ankommen.
Fahrzeug ummelden
Ziehst du in einen anderen Zulassungsbezirk, muss dein Auto innerhalb eines Monats bei der neuen Kfz-Zulassungsstelle umgemeldet werden – meist verbunden mit neuen Kennzeichen. Bringe dazu Fahrzeugschein, Zulassungsbescheinigung Teil II, den aktuellen Personalausweis mit neuer Adresse sowie die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer) mit.
Bank, Versicherungen & Arbeitgeber
Informiere deine Bank, Kranken-, Haftpflicht- und Hausratversicherung sowie deinen Arbeitgeber möglichst zeitnah über die neue Adresse. Viele Anbieter bieten dafür ein Online-Formular an, sodass sich das in wenigen Minuten erledigen lässt. Denk auch an Vereine, Abonnements, den Fitnessstudio-Vertrag und dein Finanzamt.
Praktisch: Viele Krankenkassen und Banken bieten mittlerweile eine App-Funktion, mit der du die Adressänderung in unter fünf Minuten erledigst, ganz ohne Anruf oder Brief. Bei der Kfz-Versicherung solltest du zusätzlich prüfen, ob sich durch den Umzug deine Regionalklasse und damit der Beitrag ändert, das kann sich je nach neuem Wohnort spürbar auf die Prämie auswirken. Auch dein Kind betreffende Stellen wie Kita oder Schule sowie der Hausarzt gehören auf die Liste, falls du weiter weg gezogen bist.

GEZ & Nachsendeauftrag
Auch den Rundfunkbeitrag (früher GEZ) solltest du nicht vergessen: Ändere deine Adresse binnen zwei Wochen im Online-Portal des Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio, damit Bescheide und Rechnungen korrekt zugestellt werden.
Damit wichtige Post aus der alten Wohnung nicht verloren geht, lohnt sich zusätzlich ein Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post. Dieser leitet Briefe für sechs oder zwölf Monate automatisch an deine neue Adresse weiter – ideal als Sicherheitsnetz für die Übergangszeit, bis wirklich alle Absender informiert sind.
Den Nachsendeauftrag kannst du bequem online beantragen und bereits vor dem eigentlichen Umzugstermin einrichten, sodass er nahtlos ab dem Einzugsdatum greift. Für Familien lohnt sich außerdem ein Blick auf die Kosten: Ein sechsmonatiger Auftrag ist meist deutlich günstiger als die Verlängerung auf zwölf Monate, reicht aber in der Regel aus, bis alle Vertragspartner die neue Adresse gespeichert haben.
| Stelle | Frist nach Umzug |
|---|---|
| Bürgeramt (Wohnsitz) | 2 Wochen |
| Kfz-Zulassungsstelle | 1 Monat |
| GEZ / Rundfunkbeitrag | 2 Wochen |
| Bank & Versicherungen | zeitnah, keine feste Frist |
| Arbeitgeber | zeitnah, keine feste Frist |
Bußgeld bei Versäumnis
Wer die Ummeldung beim Bürgeramt verpasst oder erst deutlich verspätet nachholt, riskiert ein Bußgeld. Je nach Bundesland und Kommune kann dieses bis zu 1.000 Euro betragen, in der Praxis bewegen sich die Beträge bei einer ersten Verspätung aber meist im niedrigen zwei- bis dreistelligen Bereich. Manche Ämter mahnen zunächst nur, bevor tatsächlich ein Bußgeld verhängt wird – verlassen solltest du dich darauf aber nicht.
Übrigens gilt die Meldepflicht auch, wenn du innerhalb Deutschlands ins Ausland ziehst oder nur vorübergehend einen Zweitwohnsitz beziehst, dann fällt zusätzlich die Zweitwohnungsteuer ins Auge. Ziehst du dagegen dauerhaft ins Ausland, musst du dich beim Bürgeramt komplett abmelden, damit dein Hauptwohnsitz in Deutschland korrekt gelöscht wird.
Was passiert, wenn ich die Ummeldung vergesse?
Muss ich meinen Personalausweis nach der Ummeldung ändern lassen?
Wie melde ich mein Auto nach dem Umzug um?
Was ist eine Wohnungsgeberbestätigung?
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.